Meine Heiligtümer in meinem Wohnzimmer und das Fahrerlager der Modellautos. Die Vitrine, in der meine Modellautos sicher parken.

Modellbau-Vitrine 1 Joachim RöderModellbau-Vitrine 2 Joachim RöderModellbau-Vitrine 3 Joachim Röder

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich meine Modellautos verkaufen möchte, aber da werde ich immer mit einem „Leider Nein“ antworten. So ein Modell in diesem Maßstab von 1:43 zu bauen, ist schon eine echte Herausforderung zudem eine Heidenarbeit. Die Kotflügel-Verbreiterungen sind bei vielen Autos mit normaler Autospachtel gefertigt und die Heckflügel mit normalem Papier. Die Beschriftung ist mit einem feinen Pinsel aufgetragen, was eine zitterfreie Hand erfordert.

Ich würde es nicht übers Herz bringen, meine Modelle herzugeben. Ich hänge doch sehr daran, es gibt sie so nur einmal und es sind handgefertigte Einzelstücke. Jedes Modell ist ein Unikat für sich.

Diese Links bringen euch zu den verschiedenen Modellautos von JoRö & meinem Kollegen aus Österreich.

Spezialcross von JoRö
Modellautos 1:87 von JoRö
Modellautos von Willi aus Österreich
Sehenswerte Modellautos von JoRö

Modellauto Saab 9.3 Per Eklund

Erstmal musste der Focus ganz auseinander gebaut werden, bis man nur noch Einzelteile vor sich liegen hat und die Karosserie nahm ich mir zuerst vor. Da war nun wieder das kleine Problem! Diese dicken Backen an den Seiten, was man Verbreiterungen oder auch Bodykit an den Radläufen nennt. Kleine Stücke von einem zweikomponenten Knet-Stift kleben nun wieder an allen vier Radläufen. Cutter-Messer und Wasserschleif-Papier brauchte ich dann zum Modellieren. Das sieht echt erstmal komisch aus, wenn die Form noch nicht fertig ist.

Modellauto Ford Focus von Ludvig Hunsbedt

Die Radläufe nach der Bearbeitung

Nachdem ich die Rundungen der Verbreiterungen für gut befunden hatte, lackierte ich den Focus erstmal unten rum mit grauer Farbe. Das schliff ich noch ein bisschen bei und fast war der Blau-Graue Ford fertig für sein weißes Lack-Kleid. Zuvor aber musste natürlich noch der Dach-Spoiler angebaut werden. Er besteht wieder aus normalem Papier. Als das größere Teil des Flügels fest war, klebte ich noch einen kleinen Streifen als Abschluss um den äußeren Rand. Er sollte ja schon dem originalen ähnlich sehen. Ich baute das Modell wieder zusammen und der Kölner bekam seinen weißen Anstrich. Dieser Farbe gesellte sich dann noch Schwarz, Rot, und das Grün dazu. Andere Felgen und Reifen spendierte ich Ludvigs Focus auch noch. Fertig war der Focus.

Fotos vom Ford Focus

Den Hyundai vom schwedischen Rally- und Rallycross-Fahrer Thomas Radström, hatte ich auch noch im Auge nachzubauen und es ist schade, dass er schon länger nicht mehr in der Rallycross-Scenezu sehen ist. Seine Drifts und sein Fahrkönnen, ließen mich und die Zuschauer immer jubeln und große Augen machen. Er war und ist einfach ein fantastischer Race-Pilot. Da kam mir die Rally-Version von einem Hyundai Accent Modellauto gerade richtig. Ich besorgte das Modell und fing an, den Rally-Boliden erst einmal auseinander zu nehmen.

Da lag er nun in vielen Teilen vor mir. An den Felgen und Rädern wollte ich nichts ändern, aber an der Karosserie schon. Also Bilder vom Rallycross Hyundai zusammen suchen, ausdrucken und mit dem Modell vergleichen. Hinten am Heck befanden sich am radströmschen Hyundai zwei Kühlerluft-Löcher in der Mitte der Heckklappe. Meinen Dremel hatte ich inzwischen schon länger weggelegt und musste ihn wieder hervor kramen. Also Bohrer eingespannt und los ging es mit einzelnen Bohrungen an der Heckklappe. Als ich diese für gut gehalten hatte, kamen meine kleinen Feilen wieder zum Einsatz. Ein bisschen hier ein bisschen da und die zwei Beatmungslöcher waren fertig.

Modellauto Hyundai Accent von Thomas Radström

Der Bastel-Arbeitsplatz

Dann war die Motorhaube an der Reihe und ich schliff die Haifisch ähnlichen Belüftungslöcher mit der Feile glatt ab, sodass eine flache Fläche entstand. Mit Füller und einem bisschen Farbe, schliff ich dann die Haube schön zurecht und glatt. Es fiel mir noch ein Detail am radströmschen T16 auf. Ein tiefes Loch oder Ausschnitt am Kühlergitter in der Front. Und wenn ich schon den Dremel so neben mir liegen hattte, musste ich ihn noch einmal anschmeißen und das am Modell nicht vorhandene Loch komplett heraus bohren, basteln und schleifen. Die Einkerbung im vorderen Stoßfänger schmierte ich mit meinem zweikomponenten Kleber zu.

Da stand sie nun, eine bunt geschliffene, durchlöcherte Karosserie und rundherum sah es doch extrem durcheinander und staubig auf meiner Arbeitsplatte aus. Nachdem die Löcher von innen mit Papier zugeklebt waren, baute ich das Modell wieder zusammen. Scheiben, Innenraum und die Bodenplatte. Es versteht sich, dass ich vorher den Beifahrersitz ausgebaut hatte und den Innenraum hier und da mit weißer Farbe strich. Auf den Innenraum kam es mir nicht so drauf an, denn bei meinen im Maßstab von 1:43 meiner Modellautos, sieht man das nicht so unbedingt gut. Dann ging es erst mal ans Lackieren der Karosserie und nach und nach beschriftete ich das Modellauto mit den Sponsoren. Was war denn noch auf dem Foto des Rallycross-Hyundais zu sehen, was auf meinem kleinen nicht dran war? Ja, die Schmutzfänger hinten, vorne und mittig. Diese bastelte ich aus normalem Papier ans Modell. Ausschneiden bis sie passten, die Ecken abrunden, ankleben, ausrichten und Schwarz anmalen. Dann war der Rallycross-Hyundai fertig und er gesellte sich in meine Modellbau-Vitrine.

Hier gibt es ein paar Fotos vom Hyundai

Das fertige Rally-Modellauto, musste ich wie immer erst mal ganz auseinander schrauben, bis ich nur noch eine Hand voll Teile in einer Plastik-Schüssel vor mir liegen hatte. Die Karosserie war natürlich zuerst dran. Das schöne, lackierte Rally Outfit auf der Karosserie, habe ich mit einem Nitro getränktem Lappen entfernt. So, weiß war er ja schon mal, aber so konnte ich das Auto nicht lassen. Da waren vier Dinge, die dem weißen Lack nicht Stand halten sollten.

Als erstens mal die Antennen und die Luft-Hutze auf dem Dach, die schnell abgezwickt waren und mit Farbe verschlossen wurden. Ein paar Mal mit 1000er Wasserschleifpapier drüber schleifen und gut wars. Der Ausschnitt vom Auspuffrohr in der Heck-Stoßstange, war mir etwas zu klein. Also Rundfeile ansetzen und auffeilen, bis es eine ordentliche Größe angenommen hatte. Ein dickeres Auspuffrohr bastelte ich aus einem Plastik Strohhalm, was ich aber wieder abbaute, denn es gefiel mir so noch nicht. Also habe ich den Ausschnitt nochmal mit einem Dremel nachgefräst und ein anderes Stück Plastikröhrchen eingepflanzt. Unter dem Endrohr habe ich den Stoßfänger noch ein bisschen mit Pattex ausgebessert und Silber angemalt. Der Rally-Skoda hatte in der Motorhaube zwei Löcher, die eigentlich zur Kühlung vorgesehen sind und der Rallycross-Skoda besaß aber eine aalglatte Bedachung des Motors. Und so wichen die Löcher einem bisschen zweikomponenten-Knete, die mit der Zeit hart wird. Nach mehrmaligem schleifen, Knete auftragen und Grundieren, war die Motorhaube schön glatt wie Renès Rallycross-Bolide. Dann waren ja noch die seitlichen Luft Einlass-Löcher in der Seitenwand. Erst wollte ich das gar nicht machen, aber dies musste ich doch irgendwie hinbekommen. Nicht lange überlegt und es ging los. Ich bohrte mit einem 1er Bohrer erst mal ein paar kleine Löcher in die Seitenwand. Dann musste ich mit dem Dremel das noch sehr komisch aussehende Loch nacharbeiten, was nicht so einfach war. Die kleine Feile war auch noch ein gutes Werkzeug dafür, um die Lufteinlässe etwas schöner hinzubekommen. Die kleinen Abschlepp-Ösen sind auch noch an den Skoda gewandert. Viel kleiner geht es wirklich nicht und aus einem super dünnen Drähtchen bestehen sie.

Modellauto Skoda Fabia von René Münnich

Kurz vor dem Finish

Als ich mit allem zufrieden war und das musste ja schließlich einmal sein, schraubte ich die Teile wieder zusammen. Etwas tiefer habe ich das Modell auch noch gelegt. Dann ging das Beschriften los, nachdem ich die Karosserie erst mal ganz Weiß Lackiert hatte. Aber halt! Beim weiter Betrachten der Bilder, die ich als Vorlage genommen hatte, fiel mir noch etwas auf, was mein Modell eben nicht besaß. Das Gitter an der Seitenscheibe, das den Fahrer schützen soll. Also wühlte ich in meiner Kram-Kiste und fand so etwas Ähnliches. Natürlich musste das Modell dafür noch mal aufgeschraubt werden. Also Gitter zurechtschneiden, aufkleben und das Modell wieder zuschrauben.

So entstand der Rallycross Skoda Fabia von René Münnich. Dieses Modell habe ich in ca. drei Monaten umgebaut.

Hier sind die Bilder

Nach einiger Zeit Pausieren, hatte es mich wieder einmal gepackt ein Modellauto anzufertigen. Aber diesmal sollte es ein Autocross-Modell werden und kein Rallycross-Modell. Bei der Autocross Europameisterschaft ist mir und Gabi ein Fahrer aus Litauen aufgefallen, der erst ziemlich zurückhaltend schien, aber nach einem Smalltalk mit ihm doch sehr sehr nett war und er uns in seinem Race-Zelt total freundlich aufgenommen hatte. Der Fahrer war Paulius Pleskovas mit seinem starken und schnellen Ford Focus MK3.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch gar keinen Gedanken daran gehabt, diesen Focus im Maßstab 1:43 nachzubauen. Mit der Zeit dachte ich darüber nach, ob sich nicht auch mal ein Autocross-Modell zu meinen Rallycrossern dazu gesellen könnte. Gabi ist natürlich auch sehr angetan von diesem schönen Focus, der ihre Lieblingsfarbe trägt. Ich denke, dass das auch der Anstoß von ihr war, sich mal nach einem Focus im Kleinformat umzusehen. So ging der Jo auf die Suche nach diesem Modellauto. Ich fand nur einen normalen Straßen-Focus und dachte mir: „Keine Kotflügel-Verbreiterungen, kein Heckflügel usw.“ Das wird wieder eine harte und anstrengende Tortur, bis der Focus fertig ist und so annähernd aussieht, wie das Original von Paulius. Da die Entscheidung eh getroffen war, blieb mir nichts anderes übrig und ich erwarb den Standart-Focus. Ich hatte ja schon Erfahrungen mit meinen Rallycrossmodellen gesammelt und wusste, als der Kölner bei mir angekommen war, was ich machen musste. Erst komplett zerlegen und den Innenraum so leer wie möglich machen und ein bisschen die hinteren Sitze flach überkleben. Dann ging es an die Karosserie und mein Dremel leistete dafür eine gute Arbeit.

Nun schälte ich zuerst den Kühllufteinlass an beiden Seitenwänden heraus und dann musste ich noch an der Frontstoßstange große Löcher aufbohren. Als dies nun endlich geschehen war, machte ich mich an die Verbreiterungen mit normaler Autospachtel. Das ist natürlich auch eine ziemliche Arbeit, bis die dicken Backen endlich so geformt und geschliffen waren, wie ich es wollte. Nachdem die Metallkarosserie fertig war, baute ich die Scheiben und ein Gitter (Fliegengitter) in die Stoßstange ein. Und letztlich den Unterboden wieder an. Jetzt musste der weiße Grundlack erst aufs Modell und dann sah der Focus schon wieder wie ein richtiges Auto aus. Nach und nach wuchs die Lackierung und die Beschriftung mit einem sehr kleinen Pinsel und der bekannten Revell Modellbau-Farbe. Leider gab es das Lila nicht in diesen kleinen Farb-Döschen und ich musste mir im Baumarkt eine 750 ml Lila-Lackdose anmischen lassen. Natürlich benötigte ich nur einen Fingerhut von der Menge, aber anders ging es einfach nicht. Gabi drückte ich den kleinen Pinsel in die Hand, um den ersten Lila-Pinselstrich zu machen, aber nach einem Tupfer mit ihrer Lieblingsfarbe gab sie mir den Pinsel zurück und sagte: „Schatz sorry, das ist mir viel zu klein, mach du das ruhig weiter.“ Zwischen dem Lackieren und Trocknen habe ich aus normalem Papier noch die Schmutzfänger ausgeschnitten und angebaut. Der Heckflügel war dann noch eine weitere Herausforderung. Ich habe von einem Skoda WRC diesen abgebaut, zerlegt, an den Focus angepasst und befestigt. Den kleinen Zwischenspoiler hatte ich noch von irgendeinem Modell in meiner Kiste übrig und das Staub- und Bremslicht sind auch aus normalem Papier angefertigt.

Modellauto Ford Focus von Paulius Pleskovas

Drehmel und Feilen bei der Bearbeitung der Karosserie

Endlich war mein Paulius Pleskovas Cross Ford Focus fertig. Ich weiß nicht, wie lange es gedauert hat bis er so da stand, wie ich ihn haben wollte? Man hat ja nicht immer die Lust zum Basteln und pausiert auch mal. Jedenfalls ist die Beschriftung gar nicht so leicht, denn sie besteht nicht aus Aufklebern und wird bei mir nur mit einem sehr kleinen Pinsel aufgebracht, was mir irgendwie immer schwerer mit den Jahren fällt. Komplett detailgetreu bekommt man das natürlich nicht hin und das ist auch nicht schlimm.

Als Gabi und ich zur Europameisterschaft ins 620 Km weit entfernten Seelow hinter Berlin fuhren, freuten wir uns schon, Paulius das neue Autocross-Modell zu zeigen. Im Fahrerlager angekommen, machten wir uns auf die Suche nach ihm und endlich sahen wir ihn wieder mal live vor unseren Augen. Als ich dann das Modellauto aus der Tasche holte und ihm in die Hand gab, war er einige Sekunden völlig sprachlos und seine Augen scannten sehr lange den Modell-Focus. Das war schön anzusehen, wie er sich extremst freute. Ich musste ihm halt sagen, dass dieses Modellauto nicht zu erwerben ist. Er hätte es sehr gerne und sofort nach Litauen mitgenommen, aber er verstand das schon, dass der kleine Focus wieder mit nach Hessen reisen musste. Paulius holte gleich sein Handy heraus und fotografierte den kleinen Focus auf dem großen Focus, der eine andere Lackierung bekommen hatte.

Nun steht er in meiner Modellbau-Vitrine bei den anderen Modellautos und es ist jeden Tag eine Freude das anzusehen. Hergeben werde ich diese kleinen Schätze nicht, denn das sind für mich unbezahlbare Einzelstücke, die es so in dieser Art bestimmt nicht noch einmal gibt …

Und hier kommt Ihr zu den Fotos

Ich weiß nicht mehr so ganz genau, wann ich eigentlich mit diesem Gefummel um das Modellautobauen los gelegt habe? Jedenfalls ist das schon sehr lange her und es waren Autocross-Modellautos. Ich habe sie immer noch in einer Plastik-Tüte und muss mich doch sehr wundern, was ich diesen Autos vor langer langer Zeit einmal angetan hatte. Damals bastelte ich noch an Matchbox, Majorette, Corgi und Siku Autos herum, die einen Maßstab von ungefähr 1:53 hatten. Kleiner waren dann nur noch die Fahrzeuge für die HO Eisenbahn, aber das war mir dann doch etwas zu winzig.

Karl RuppelHarald Vogel - Camille van Mechelen - Siegfried VollandAdolf Heinz

Die bekannten Idole, die auf den Autocross-Strecken zuhause waren hießen, Adolf Heinz, Hansi Mandel, Rainer Eisen, Georg Bierling, Siegfried Volland, Harald Vogel, Karl Ruppel, Bernd und Rolf Burger, Fritz Gass, Helmut Klein, Reinhold Glozbach und viele viele mehr. Das waren schon echte Haudegen und es machte mir viel Spaß, ihnen zuzuschauen. Mein Vater, der ja auch ein begeisterter Autocross Fan war, nahm mich auf all die Autocross-Strecken mit. Schade, dass es einige nicht mehr gibt wie Schaafheim, Butzbach, Brensbach im Gersprenztal oder Riedstadt, um nur einige zu nennen. In meiner Nähe liegen ja bekanntlich Wittgenborn, Gründau und Schlüchtern. Somit hatte ich mir das Autocross Virus eingefangen und habe es bis jetzt auch nicht mehr abschütteln können und das will ich auch gar nicht.

Ich muss schon sagen, dass das mit die allerschönsten Viren auf der Welt sind und es fast kein Heilmittel dafür gibt. Meine Modellbau-Liebe verwandelte sich dann zu einem Maßstaab von 1:43 und nach und nach vom Autocross auf das Rallycross um, wobei meine zwei letzten Modellautos Autocrosser sind.

Hier gibt es noch weitere erste Modellautos